absolutperplex

Normale Version: Sepia Bilder im Photoshop
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Wenn ich ein Foto einscanne und im Photoshop bearbeite, kann ich das Bild problemlos in Graustufen oder sw umwandeln - was ich aber nicht schaffe, ist so einen Sepia-Effekt zu erzielen.
Also ich meine damit, dass das Bild nicht nur sw wird sondern eben diesen klassischen Effekt eines "alten" Bildes bekommt.

Hat jemand Tipps oder eine Anleitung dafür?
Bin leider nicht so der Photoshop-Experte. Habe zwar das Programm und nutze es natürlich auch aber für "Alltagsarbeiten" verwende ich zumeist PhotoImpact.

Sepia: für beide Programme gibt es sogenannte Sepia-Filter bzw. PlugIns. Aber die haben mich nie so richtig überzeugt. Den Effekten sieht man irgendwie an, dass es sich nicht um "echte" alte Fotografien handelt. Deshalb habe ich mich von Sepia auch "verabschiedet". Dennoch ist mir natürlich klar, dass die reine Umwandlung eines digitalen Farbfotos in Graustufen völlig unbefriedigend ist.
Ich experimentiere daher sehr viel mit diversen Methoden, aus digitalen Farbbildern halbwegs überzeugende Schwarzweiss-Aufnahmen zu erhalten. Die Ergebnisse sind zuweilen durchaus gut und auch interessant... aber m. M. nach ist es sehr schwierig, digital das Verhalten der unterschiedlichen Schwarzweiss-Filme nachzubilden. Erst recht, wenn man auf diesem Gebiet kein Profi ist.
Die Hauptschwierigkeit liegt darin, dass die Halogenide der Filme unterschiedliche Helligkeits- und Farbwerte sehr individuell und mit einer eigenen Chrakteristik umsetzen. Dieses perfekt digital nachzubilden erfordert ein enormes Know-How nicht nur der Grafik-Software sondern auch ein fundiertes Wissen über die Arbeitsweise der Schwarzweiss-Filme.

Filter, Plug-Ins und Photoshop-Aktionen sind da zwar sehr hilfreich und man kann mit ihnen zu sehr interessanten Ergebnissen gelangen, aber wenn ein Amateur (wie ich) sie einsetzt, werden sie niemals an die Ergebnisse echten analogen Filmmaterials heran reichen.

Ich habe da einige wirklich gute Artikel, die ich scannen und dir per Mail zukommen lassen könnte. Diese Artikel beschreiben auch, wie man die Filter und Aktionen (Photoshop) einsetzt.
Aber aus Copyright-Gründen kann ich diese Artikel nicht in Foren veröffentlichen.
Bei Interesse sende ich sie dir aber gerne zu. Diese Vorgehensweise ist dann völlig legal.

Unten ein paar Beispiele, wie aus einem digitalen Farbbild Schwarzweiss-Versionen werden.
Ziel war nicht, eine Sepia-Version zu erzeugen, sondern einen dramatischen Schwarz-Weiss-Kontrast, wie man ihn mit der Verwendung eines Rotfilters bei analogem Material erhält.

In den nächsten Beiträgen also die unterschiedlichen Bearbeitungsschritte bzw. die dabei gewonnenen Versionen.

Bild 1: Original
Version 1:

Umwandlung nach schwarzweiss und Kontrastabschwächung. Die Kontrastabschwächung ist notwendig, da die Anwendung des nächsten Filters (ANVIL) den Kontrast wieder mächtig aufsteilt. Das Ergebnis wäre ohne vorherige Abschwächung dann ein knallhartes Schwarzweiss-Bild, das kaum Grauwerte enthielte. Ziel war aber ein möglichst großer Tonwertumfang.

Version 2:
Anwendung des Filters "ANVIL" (gibt es von opticVerve Labs kostenlos!)

Man sieht, dass der Kontrast nun viel zu steil ist. Die Zeichnung des Wassers lässt zu wünschen übrig, die Schatten saufen (buchstäblich im Wasser) ab...

Version 3:

Die Anwendung der Funktion "Kalkulation" in PhotoImpact (Photoshop verfügt über ähnliche Funktionen, sogar ausgefeilter) kommt nun zum Einsatz.
Wir mischen das kontrastschwache Schwarzweiss-Bild (1.Version) mit der kontrastreichen letzten Version.
Alle Details zu erklären würde jetzt zu einem umfangreichen Tutorial führen. Wäre Stoff für einen Flash-Film... daher empfehle ich an dieser Stelle einfach, der Experimentierfreude nachzugeben. Das Prinzip dürfte aber einigermaßen klar werden...

Wer jetzt noch nicht mit dem Ergebnis zufrieden ist, kann natürlich noch Feintuning betreiben. So könnte man Bereiche mit zu wenig Zeichnung markieren (dabei eine Vignette von mindestens 5, besser 8 Pixeln einstellen, um weiche Übergänge zu erhalten) und den Gamma-Wert dieser Bereiche leicht erhöhen. Weniger ist hier übrigens mehr! Die Kontrastabschwächung durch Erhöhung des Gamma-Wertes darf auf keinen Fall augenfällig werden!
Das ist wie bei dem Salz und der Suppe... das Salz darf man nicht schmecken. Nur das Fehlen von Salz darf auffallen!
Die besten Effekte sind die, die man als Effekte nicht wahrnimmt oder gar erkennt!

Version 4:

Leichte Kontrasterhöhung bei gleichzeitiger Reduzierung der Sättigung.
Falls es noch nicht klar geworden ist: alle Arbeiten sollten möglichst im 24 BIT Modus erfolgen! (Tiff bzw. BMP)
Erst ganz zum Schluss wird das Foto verkleinert, nach Bedarf nachgeschärft und als JPG abgespeichert.

Poste gleich noch einige Schwarzweiss-Fotos, die im Original ebenfalls als Farbbilder vorlagen und nach der oben beschriebenen Methode umgewandelt worden sind.

Und noch ein ganz heisser Tipp zum Schluss... Zwinker
man kann auch eine dieser altertümlichen Gerätschaften nehmen, die man zuweilen noch auf diversen Auktionen erstehen kann (Eingeweihte nennen dieses Teufelszeug "Analogkamera"), sie mit "Film" laden... ( das ist so ungefähr ein spiralförmig zusammengerollter Chip... What?? ) und wunderbare Schwarzweiss-Fotos machen! Foto

Das macht dann RICHTIG Laune! Top
Beispiel 1:

Das Bild ist (noch) nicht perfekt. Die Kleidung der Frau "verschmilzt" mit der Umgebung. Hier saufen die Schatten noch zu sehr ab. Da müsste ein klein wenig mehr Zeichnung drin sein.
Aber ich denke, dass auch fehlerhafte, nicht perfekte Fotos noch dazu taugen, daraus zu lernen... Grins

Beispiel 2:

Das Problem des letzten Bildes... nur umgekehrt: hier saufen nicht die Schatten ab, sondern die Lichter fressen aus (Himmel).

Die tatsächliche Situation war so, dass der Himmel eine leichte Bewölkung aufwies. Digitalkameras sind mit großen Kontrastumfängen aber oft überfordert.
Abhilfe:
1. Unbedingt im RAW-Modus fotografieren und dabei leicht unterbelichten (Automatik ausschalten und manuell belichten!).
Dabei wird es dazu kommen, dass die Schatten zu wenig durchzeichnet sind. Die Bildinformationen sind (im RAW-Modus!) aber durchaus noch vorhanden und man kann sie mit einer guten Bildbearbeitungssoftware wieder "hervorzaubern".
Ausgefressene Lichter dagegen besagen, dass hier Bildinformationen fehlen. Und was fehlt, zaubert auch die teuerste Software nicht mehr in das Bild!
2. Einsatz eines Polarisationsfilters oder eines lichtreduzierenden Neutralisationsfiltesr (ND-Filter: sollte idealerweise ein Verlaufsfilter sein, um den Himmelsbereich gezielt abzudunkeln)


Beispiel 3:

Und hiermit bin ich dann ausnahmsweise mal selbst zufrieden... Lachen

( man sollte ja niemals gefrustet pennen gehen... Grins )


Ein sehr einfacher schneller Griff in die PSZauberkiste:

Strg+Umschalt+U > Sättigung verringern --> schwarzweissbild

anschliessend geht man Bild>Anpassen>Verlaufsumsetzung klickt dort auf den Verlauf und stellt die Farben ein die man gerne hätte im bild...

Tonwertkorrektur und Tiefen/Lichter (beides im menü Bild>anpassen zu finden) nicht vergessen!

Engel
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